TTT-Kampagne VI - Kalter Entzug

 

Der Staat Somalia war in den vergangenen 20 Jahren geplagt von Bürgerkrieg, Hungersnöten, wechselnden Regierungen, Einmischungen der UN, Kenias und Äthiopien, sowie starker Piraterie vor seinen Küsten. Seit den militärischen Erfolgen gegen die radikal-islamischen Milizen der Al-Shabaab ist Somalia seit 2012 eine Bundesrepublik mit einer föderalen Regierung, welche die im Jahre 2000 gebildete Übergangsregierung ablöste. Auf Grund der vielen politischen Wechsel, der schwachen Infrastruktur, der verarmten Bevölkerung und der vorherrschenden Korruption, sind die exisitierenden Gebiete immer noch teilweise autonom und nur schwer durch die zentrale Regierung zu kontrollieren.
 

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat seit Mai 2008 mit der Resolution 1814 zum Schutz von Schiffen, die Hilfsgüter nach Somalia transportieren und mit den Resolutionen 1848 und 1851 zur weiteren Unterstützung des Schutzes der Schiffe des World Food Programmes (WFP) militärische Operationen gegen die Piraterie im somalischen Hoheitsgebiet ermöglicht. In der Vergangenheit konnten dadurch die freibeuterischen Aktivitäten reduziert werden.

 

Die Insel "Isla Duala" liegt geographisch etwa 15km vor der Küste Somalias auf der Höhe der Grenze Somaliland - Puntland. Wie im Rest der Republik ist die Bevölkerung zu 90% in der Landwirtschaft beschäftigt und generell verarmt. Wenige Industrielle stellen die Oberschicht dar und beherrschen mit ihrem Einfluss die großteilig korrupten Politiker. 
Bis zu den 90er Jahren noch vereint und autonom, geriet die Insel im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in den Machtkonflikt zwischen Somaliland und Puntland und wurde geteilt. Seitdem ist die Insel im nördlichen Bereich dem Somaliland zugeordnet, der südliche Teil der Insel dem Puntland. Getrennt sind die beiden Teile der Insel seit einer Einigung im Oktober 2014 durch einen von Ost nach West verlaufenden Grenzabschnitt, der sich an dem natürlichen Wasserverlauf orientiert. Vereinzelte Wachposten sollten der lokalen Bevölkerung das Überqueren des Grenzabschnittes ermöglichen, wobei ein Großteil der Anwohner das Überqueren meidet, da die von beiden Seiten gestellten Soldaten der Wachtposten für gewöhnlich das Passieren nur unter Einnahme von illegaler Maut zulassen, sodass es nur einem geringen Teil der Bevölkerung vorbehalten ist sich auf der kompletten Insel frei zu bewegen.
Obwohl Norden als auch Süden durch die eingesetzte zentrale Regierung Somalias regiert werden sollen, verhalten sich die vor Ort Machthabenden eher autonom und die Stimmung ist auf Grund der nicht lang zurückliegenden Machtkämpfe auch heute noch gereizt.
 

Der hohe Anteil vorhandener Korruption ermöglicht den Anbau und Handel mit illegalen Substanzen und wird damit ein weiteres Problem der gespaltenen Insel. In der Vergangenheit wurde immer wieder von der örtlichen Polizei und Informanten aus der zivilen Bevölkerung von Schießereien berichtet, wobei die verschiedenen Kartelle gegenseitig versuchen ihren Kontrahenten Lieferungen abzunehmen. Diese Zwischenfälle nahmen vor Kurzem jedoch ab, was darauf schließen lässt, dass es einer Seite gelungen ist die Oberhand zu gewinnen. Genauere Informationen dazu sind bisher nicht bekannt.

Die somalische Regierung ist unzufrieden mit der Entwicklung der Situation auf der Insel und hat andere Staaten um Hilfe gebeten. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich entschieden Somalia zu helfen. Im Rahmen eines somalischen Mandates soll die TTT-Einheit sich ein Bild von der aktuellen Lage vor Ort machen, bei der Stabilisierung der Region helfen, sowie die Aktivitäten der Drogenkartelle beobachten und unterbinden.